3. Fachtag Verband der Diätassistenten: Modernes Verpflegungsmanagement

3. Fachtag Verband der Diätassistenten: Modernes Verpflegungsmanagement

Im niedersächsischen Ronnenberg fand der 3. Fachtag der Fachgruppe Verpflegungsmanagement des Verbands der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD e.V.) unter dem Motto „Diätassistenten – die Allroundtalente“ statt. Diätassistentin und Ökotropholo­gin Susanne Koch, die bei Unilever Food Solutions als Ernährungsexper­tin tätig ist, war als Keynote-Speakerin vor Ort und informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln in der Verpflegung.

3. Fachtag Verband der Diätassistenten: Modernes Verpflegungsmanagement

3. Fachtag Verband der Diätassistenten - Modernes VerpflegungsmanagementIn Ronnenberg ist eine der größten Cook-and-Chill-Küchen Deutschlands zu Hause. 2015 wurde die neue Zentralküche für elf Krankenhäuser in Hannover und in der Region fertiggestellt. Rund 150 Mitarbeiter produzieren hier ca. 4,3 Millionen Essensportionen pro Jahr im Tab­lettsystem oder Großgebinde.

Das Klinikum Hannover hat die Räume als Gastgeber zur Verfügung gestellt. Aus ganz Deutschland waren die Teilnehmer für den 3. Fachtag der Fachgruppe Verpflegungs­management des VDD angereist, um sich über Trends und Erkenntnisse der mo­dernen Verpflegung von verschiedenen Keynote-Speakern informieren zu lassen.

Ist vegane Küche im Verpflegungsmanagement umsetzbar?

Sabine Czapla, Klüh Catering GmbH in Düsseldorf, hat neben den Grundlagen der veganen Lebensweise und Ernährung gleich auch Konzepte für die Umsetzungen in Kliniken und Heimen vorgestellt. Denn vegan ist nicht nur eine Ernäh­rungsentscheidung, sondern betrifft das ganze Umfeld des Veganers. Moral, Ethik und die Vermeidung von Tierausbeutung sind einige der Gründe für eine vegane Lebensweise. Das gilt für den Verzicht auf tierische Produkte, aber auch für Produk­te, die mit Tieren hergestellt werden.

Leder für Kleidung und Schuhe ist für Veganer tabu, das gleiche gilt für Kosmetika, die in Tierversuchen getestet werden. Das Thema betrifft ebenso Haushaltsgegenstände und geht hin bis zu einer veganen Freizeitgestaltung, immer konsequent durchdacht und durchgeführt. Der Anteil der voll aktiven Veganer mit 100 prozentigem Verzicht ist allerdings sehr klein und als Trend setzt er sich in der Klinikverpflegung nur langsam durch.

Kennzeichnung von Lebensmitteln in der Verpflegung

Susanne Koch ist Diätassistentin und Ökotrophologin und in diesen Funktionen bei Unilever Food Solutions beratend für professionelle Verpfleger tätig. Beim Fachtag informierte sie die Teilnehmer über den aktuellen Stand der Kennzeichnungsanforderungen nach der Lebensmittelinformationsver­ordnung, die seit Ende 2014 gilt und seither für viel Aufruhr gesorgt hat. Dabei gab und gibt es auch reichlich Fehlinformationen, mit denen die Kollegen in der Praxis zu kämpfen haben. Nach der LMIV müssen für lose abgegebene Waren, also auch Spei­sen in der GV, z. B. auf Speiseplänen die 14 wichtigsten Allergene angegeben werden. Koch stellte in diesem Zusammen­hang den Allergen Management Service von Unilever Food So­lutions vor.

Bei der Deklaration der verwendeten Zusatzstoffe nach der deutschen Zusatzstoffzulassungs-Verordnung sind die Bestimmungen unverändert. Koch klärte auch über die Nährwertkennzeich­nung loser Ware in der GV auf. Denn immer wieder wird seit Inkrafttreten der Verordnung behauptet, dass „ab Dezember 2016 die Nährwerte auf dem Speiseplan zwingend angegeben werden müssen“. Dabei ist in der LMIV eindeutig geregelt, dass sich die Nährwertkennzeichnungspflicht nicht auf unverpackte Lebensmittel bezieht.

Bei Nährstoffclaims (z. B. „fettarm“) oder Health Claims (z. B. „trägt zur Aufrechterhaltung eines gesunden Cholesterinspiegels bei“) ist eine Nährwertkennzeichnung aller­dings auch bei unverpackten Lebensmitteln sinnvoll.

Sollen bei lose abgegebenen Lebensmitteln Nährwerte an­gegeben werden, z. B. weil es für eine Zertifizierung Bedin­gung ist, unterliegt diese Deklaration den gleichen Bestim­mungen wie für verpackte Lebensmittel. Die alleinige Deklaration der alten „Big 4“, also Energie, Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett, ist dort nicht möglich, sondern die wei­teren Angaben zu gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz müssen erfolgen.

Bei loser Ware darf abweichend zu verpackten Lebensmit­teln nur die Energieangabe (Brennwert) je 100 g/ml oder je Portion erfolgen, zudem gibt es alternativ neue „Big 5“, die als Paket angegeben werden dürfen, nämlich die „Problem­nährstoffe“ Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz.

Informationen zum Allergen Mana­gement Service von Unilever Food Solutions finden Interessierte unter www.unileverfoodsolutions.de/aktuelles/allergenmanagement.html.

Mitarbeitermotivation und Konfliktmanagement

Immer häufiger übernehmen Diätassistenten auch Führungspositionen. Candy Cermak aus Chemnitz, ebenfalls Diätassistentin und als Fachgruppensprecherin der FG Verpflegungsmanagement des VDD Organisatorin des Fachtages, stellte als Gestalterin von Führungsseminaren im Verpfle­gungsmanagement die Möglichkeiten im modernen Ma­nagement vor.

Sie hat den Teilnehmer des Fachtags die „Zauberwörter“ Kommunikation, Motivation, Führung und Konfliktmanage­ment nähergebracht und mit praktischen Beispielen die Wichtigkeit dieser Themen im täglichen Miteinander verdeutlicht. In Zeiten ständig steigender Schwierigkeiten ge­eignete Mitarbeiter zu rekrutieren, ist dies sicherlich ein immer wichtigeres Thema.

4. Fachtag Verpflegungsmanagement im Februar 2017

Der 4. Fachtag Verpflegungsmanagement ist für Frei­tag, den 24. Februar 2017, angesetzt. Für diesen Tag geplante Themen sind Halal-Kost, neue Speisenerfassungssysteme und Zeitmanagement.

Weitere Informationen dazu werden veröffentlicht unter www.vdd.de.